Das Projekt San Pio Village wurde gegründet, um Menschen, die hauptsächlich von der Müllhalde kommen, ein neues Zuhause zu geben.
Aus diesem Grund wurden sie gefragt:
Was bedeutet Zuhause für Dich?”

Äh...”
Nun...”
Für mich ist Zuhause ein Ort, wo eine Person oder Familie lebt. Es kann ein Haus oder ein bestimmter Platz sein.”
Es kann nicht nur ein Gebäude, sondern auch eine Heimat sein.”
Ein bestimmter Platz, wohin man immer wieder zurückkehren kann.”
Für mich ist ein Zuhause, wo ich friedlich und glücklich leben kann.”
Liebe”
Zuhause ist für mich die Quelle von Liebe, Freude und Frieden.”
Zuhause ist für mich ein Teil der Familie zu sein.”
Zuhause besteht aus einer Familie, die zusammen lebt.”
Für mich ist Zuhause, wo wir friedlich und liebend leben, Natürlich mit meinen Kindern, Mit meiner gesamten Familie.”
Auch Einheit in Gebeten, Arbeit und der Gemeinschaftsarbeit.”
Wo Unterstützende und Unterstützte, Freunde und Familie zusammen kommen.”
Zuhause ist, wo du sowohl gute als auch schlechte Erinnerungen und Erfahrungen sammelst, die geschätzt werden können. Es kann zum Lernen genutzt werden.”
... und allen Kindern Werte beibringen ... und natürlich spirituell, sprirtuell, spirituell”
Zuhause für mich ist Leben.”
Zuhause ist wichtig für uns.”
Zuhause ist wichtig für jeden von uns!”

Danke an alle Bewohner von San Pio Village, die ihre Bedeutung von Zuhause mit uns geteilt haben!

Salamat ug babay,

Klara




Die letzte Etappe unseres Freiwilligendienstes haben wir nun erreicht. Für uns war von Anfang an klar, dass nach unserem Zwischenseminar Anfang Februar die Wochen bis zu unserer Abreise Ende März gezählt sind. Das Zwischenseminar, das anfangs noch  unerreichbar weit weg schien, liegt nun bereits hinter uns.
Die letzten Monate rasten wie im Flug an uns vorbei. Aber sagt man nicht, dass wenn man eine tolle Zeit erlebt, es einem vorkommt, als ob sie unglaublich schnell vergeht? Und wunderbare Tage, voller einzigartiger Erlebnisse und bereichernder Erfahrungen, die haben wir hier definitiv verbracht - im Februar, wie auch in den Monaten zuvor.
Die Besonderheiten der letzten vier Wochen möchten wir in dem folgenden Monatsbericht mit euch teilen.


Zwischenseminar
Das weltwärts-Programm beinhaltet neben dem zehntägigen Vorbereitungsseminar vor dem Freiwilligendienst und einem fünftägigen Rückkehrerseminar zurück in Deutschland ebenso ein Zwischenseminar, das im Einsatzland abgehalten wird.
Anfang Februar trafen wir uns deshalb mit insgesamt 23 weiteren Freiwilligen und drei Mentoren in La Libertad auf der benachbarten Insel Negros. In den zwei Seminareinheiten pro Tag vertieften wir die Inhalte der Vorbereitungsseminare, reflektierten das bereits Gelernte, besprachen Schwierigkeiten bzw. Herausforderungen, erkannten und erklärten interkulturelle Unterschiede oder besprachen aktuelle Themen im Bezug auf die Philippinen, wie beispielsweise die Politik des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte oder die Beziehung zu Amerika. Neben den Blockeinheiten blieb noch genug Raum um Erfahrungen, Erlebnisse und Ideen mit den anderen Freiwilligen auszutauschen.
Uns beiden hat das Zwischenseminar sehr gut gefallen. Sowohl das neue Input, als auch der Austausch unter uns deutschen Freiwilligen war sehr bereichernd. Die lockere Atmosphäre während der ganzen Woche, das gemeinsame Verbringen der Freizeit - im Pool schwimmen, am Strand joggen, verschiedene Spiele spielen, gemütliche bis in die späten Abendstunden beisammen sitzen - oder das Karaokesingen am letzten Abend lassen das Seminar positiv in Erinnerung bleiben. 
Durch den Austausch mit den anderen Freiwilligen lernten wir viele verschiedene, spannende Projekte kennen. Dennoch ist uns wieder bewusst geworden, wie zufrieden wir mit unserem eigenen sind. Besonders den Freiraum, die Tage selbst zu gestalten, eigene Projekte zu initiieren und so seine Fähigkeiten einbringen zu können gefällt uns besonders gut.




Besuch der Projekte der Good Shepheart Sisters: Welcome House und Aftercare Center
Die „Good Shepheart Sisters“ sind ein internationaler Orden, der bereits in 63 Ländern ansässig ist. Gegründet wurde er 1641, hauptsächlich mit der Intention Unterstützung für ausgebeutete und marginalisierte Mädchen und Frauen zu leisten. Diesem Grundgedanken kommt der Orden auch heute noch nach.
In Cebu City leiten die „Good Shepheart Sisters“ drei Projekte, die sich als Zielgruppe Frauen und Mädchen gesetzt haben, die Opfer des Sexhandels und der Prostitution sind. In insgesamt drei Centern, die die Betroffenen nacheinander besuchen, werden verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Trauma- und Vergangenheitsbewältigung und Selbstakzeptanz angeboten, sowie Unterstützung beim Finden einer neuen Tätigkeit geleistet.
Am Valentinstag haben wir zwei der insgesamt drei Projekte, wie auch das Kloster des Ordens besucht. Bei gemeinsamen, großen Essen - von der philippinischen Gastfreundschaft waren wir wieder beeindruckt - tauschten wir uns mit den Projektleitern aus und erfuhren in Gesprächen mit den Betroffenen mehr über deren Einzelschicksale.
Unsere Entsendeorganisation (Karl Kübel Stiftung) bat uns einen Bericht über den ersten der drei Center („Welcome House“), sowie über ein Einzelschicksal einer ehemals Prostituierten zu verfassen. Die Artikel, die sehr bereichernd und inspirierend sind, werden wir demnächst hochladen, sodass Ihr bei Interesse mehr über das Projekt erfahren könnt.




Eigene Projekte
Stickkurs
Für die Kinder aus der Village haben wir an einem Sonntagnachmittag einen Stickkurs angeboten. Einen Stoffbeutel konnten die Kinder besticken und dabei ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Intention der Aktivität war, dass die Kinder die Tasche anstelle einer Plastiktüte verwenden, die an jeder Straßenecke, in jedem kleinen Laden, an jeder Supermarktkasse für jeden noch so kleinen Artikel ausgeteilt werden.
Nach einem kurzen Workshop über Plastik, wo wir Fragen wie „Was ist Plastik?“, „Wieso sollten wir Plastik vermeiden?“ oder „Wie kann ich meinen eigenen Beitrag leisten weniger Plastik zu verwenden?“ gemeinsam beantwortet haben, zeigten wir verschiedene Stiche und dann ging es schon ans Gestalten der Tasche.
Uns allen hat der Nachmittag sehr, sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder waren interessiert und kreativ.
So entstanden tolle Ergebnisse, auf die sie stolz sein konnten. Sie bedankten sich bei uns für die Aktivität auch noch später als wir sie auf der Straße trafen. Das öffnet uns das Herz und motiviert uns im verbleibendem Monat noch weitere Projekte mit ihnen zu planen und durchzuführen.





Aktivitäten in der Freizeit
Day Off: Sightseeing Tour
An unserem ersten freien Tag nach dem Zwischenseminar organisierte unsere Projektmentorin zusammen mit den anderen Preschool-Lehrern wieder eine tolle Sightseeing Tour für uns. Dieses Mal ging der Ausflug in den Norden von Cebu. Unser erster Halt waren die Marmol Cliffs. Nach einer einstündigen Wanderung flussaufwärts erreichten wir das Ziel. Der Weg führte mehrmals durch den Fluss, über Stock und Stein, über eine Bambusbrücke. Schließlich erreichten wir die Klippen, durch die sich das Wasser schlängelte,  mit einer Feldkulisse, die uns daran erinnerte, wie beeindruckend und schön die Natur sein kann.




Für unser Mittagessen besuchten wir eine kalte Quelle. Mit Blick auf das Meer aßen wir zusammen typisch philippinisch: gegrillter Fisch, Krabben und Algen mit einer Essig-Tomaten-Zwiebel-Soja Soße und Reis. Unser letzter Stopp war eine Felsöffnung, durch die das Licht schräg einfiel und so eine interessante Atmosphäre verbreitete.
Auch diese Sightseeing Tour hat uns wieder sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht! Mittlerweile haben wir schon einige der vielen Highlights Cebus gesehen - weitere folgen hoffentlich noch!


Fun Run in Cebu City
An einem Sonntagmorgen um fünf Uhr versammelten sich alle Laufbegeisterten Cebu Citys für einen Fun Run. Wir entschieden uns zwischen den verschiedenen Distanzen, 21 km, 12 km, 7 km und 3 km für die Letztere. Nach der langen Zeit ohne aktiven Sport wollten wir uns nicht überschätzen.
Bei Dunkelheit inmitten einer großen Menschenmasse über die sonst so vollen Straßen Cebu Citys zu joggen hat unglaublich viel Spaß gemacht. Da haben wir wieder gemerkt, wie sehr die Bewegung bzw. der Sport in unserem Alltag fehlt.
Nach dem Lauf wurde von den Organisatoren ein Frühstück von Jollibee ausgeteilt. Das ist die wohl bekannteste Fastfood-Kette auf den Philippinen, die die Herzen vieler Filipinos höher schlagen lässt, unsere eher weniger. Dennoch war es ein tolles Erlebnis nach dem Lauf bei Sonnenaufgang auf dem Boden zwischen den verschiedenen Läufern sitzend Reis mit Ei zu essen.


Day Off: Trampolinpark
An unserem nächsten freien Tag besuchten wir einen Trampolinpark. Das Springen auf den vielen verschiedenen Trampolins, Ballspiele oder Basketball zu spielen, durch Parcours zu klettern, in ein Schaumwürfelbad zu springen oder an einer Kletterwand zu klettern hat kindliche Glücksgefühle aufkommen lassen.
Nach der Anstrengung ließen wir den Tag entspannt ausklingen, genossen unsere selbst gemachten Mungobohnenburger mit Spinat, Aubergine, Tomatenchutney und Vollkornbrötchen und schauten später einen Film - die Süßkartoffelpommes durften nicht fehlen!


Day Off: Evins Geburtstag
Auch Evin durfte wir wir beide ihren Geburtstag auf den Philippinen feiern. Gemäß philippinischer Tradition weckten wir sie mit Geburtstagsgesang morgens um vier Uhr zusammen mit den Bewohnern aus der Village und den Preschool Lehrern. Nach unserem Frühstück - jeder brachte etwas zu Essen mit (Pancit, Nudeln, Kuchen, Toast etc.) überraschten wir Evin mit einer weiteren philippinischen Geburtstagstradition: Wir zerschlugen Eier auf ihrem Kopf - dies soll Glück bringen! Insgesamt landeten sechs Eier auf ihrem Kopf nach dem Motto: Je mehr Eier, desto mehr Glück.
Nachdem wir uns noch kurz schlafen legten - es war ja schließlich erst sechs Uhr morgens - starteten wir den Tag entspannt mit einem zweiten Frühstück. Auf dem Speiseplan standen Brezeln mit Frischkäse - eine teure Seltenheit hier auf den Philippinen! Später gönnten wir uns eine erholsame Massage. Den Sonnenuntergang bewunderten wir von der Dachterrasse eines Hochhauses und genossen später den Blick auf die Skyline vom hauseigenen Pool aus. Bei einer Brotzeit, Snacks und Wein ließen wir den Abend gemütlich mit einzigartigem Blick auf die umliegenden Hochhäuser ausklingen.




Wissend, dass uns nicht mehr viele Wochen auf den Philippinen bleiben, wollen wir sie um so bewusster genießen und mit Aktivitäten und Projekten füllen, die uns wichtig sind.
Der Austausch mit den Menschen in unserem Dorf liegt uns sehr am Herzen. Auch wenn manchmal aufgrund der Sprachbarriere Konversationen stocken, sind sie doch immer sehr wertvoll und bereichernd für uns und selten verlassen wir ein Gespräch ohne ein Strahlen im Gesicht. Mittlerweile haben wir sehr viele Bewohner, sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene, in unser Herz geschlossen.
Motiviert und voller Ideen blicken wir dem nächsten Monat entgegen.
Auf viele, interessante Berichte, die wir im März auf unserem Blog hochladen werden, könnt ihr euch freuen!

Salamat ug baby,


Klara und Marleen



Eines Tages möchte ich eine bekannte Künstlerin sein“

Eines Tages möchte ich eine bekannte Künstlerin sein, denn schon seitdem ich klein bin liebe ich es Bilder zu malen“, sagt die neunjährige Eloisa, die zusammen mit ihren vier Geschwistern und ihren Eltern in San Pio Village lebt, einem Häuserprojekt für marginalisierte Familien, die überwiegend von den Müllhalden Cebu Citys stammen. Diesem Traum wird sie Dank der Unterstützung in Form eines Stipendiums, das von JPIC vergeben wird, ein Stück näher gebracht. Jedes Jahr ermöglicht die NGO 1500 Kindern Schulbildung zu erhalten, die oft als Schlüssel für den Weg aus der Armut angesehen wird - Eloisa ist eine von ihnen.
Zusammen mit ihrer Familie lebte sie bis zu ihrem sechsten Lebensjahr in einer Marginalsiedlung direkt neben der größten Müllhalde Cebu Citys: Inayawan. Aufgrund der giftigen Dämpfe, die Atemerkrankungen hervorrufen, und Krankheiten, die aufgrund der mangelhaften Hygiene übertragen werden, ist das Leben direkt neben der Müllkippe extrem gesundheitsgefährdend. JPIC ermöglichte der kleinen Eloisa und ihrer Familie nicht nur, 2013 in das Häuserprojekt der Organisation umzusiedeln, sondern unterstütze das Mädchen schon seit der ersten Klasse bei ihrer Schulbildung.
JPIC übernimmt hierbei die Kosten für den Transport zur Schule (ca. 8€ pro Monat), Snacks (ca. 6€ pro Monat), sowie für Schulprojekte und -aktivitäten (ca. 10€ pro Monat). Außerdem trägt die Organisation die Kosten für die Schuluniform und Schulzubehör, wie Schulranzen, Stifte oder Hefte. Für den Schulbesuch müssen keine Kosten erhoben werden, da öffentliche Grundschulen und Highschools in den Philippinen kostenlos sind.
Aufmerksam wurde die Familie auf das Programm bereits in der Vorschule in Inayawan, da einige von Eloisas Klassenkameraden durch das Stipendienprogramm gefördert wurden. Um auch eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, bewarben sich Eloisas Eltern für das Programm. Bis heute - Eloisa besucht mittlerweile die vierte Klasse der Talisay City Central Elementary School - ist sie Teil des Programmes. Um das Stipendium weiterhin zu erhalten, muss sie mindestens 80% der Maximalpunktzahl in den Prüfungen erreichen.
Das Stipendienprogramm war eigentlich eine Zusammenarbeit zwischen mir und meiner Familie, denn jeder von uns hat seinen Teil dazu beigetragen. Meine Eltern nahmen an allen Aktivitäten der Organisation [,die das regelmäßige Besuchen der sonntäglichen Messe und der angebotenen Bibelstunden, sowie das Teilnehmen an monatlichen Treffen und Aktivitäten verlangt] teil und ich lernte viel, um die geforderte Punktehürde zu erreichen“, erzählte das Mädchen. Die Kinder bei der Schulbildung zu unterstützen, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, war schon immer ein wichtiges Anliegen der Eltern. Für ihre Eltern wäre es eine große Herausforderung, die anfallenden Kosten für alle drei Kinder, die bereits die Schule besuchen, decken zu können, da lediglich ihr Vater Geld verdient. „Das Stipendienprogramm hat mir und meinen Eltern viel geholfen“, meinte sie dankbar. Das Programm stellt allerdings nicht nur eine finanzielle Unterstützung dar, sondern motiviert die Schüler auch fleißig zu lernen, da diejenigen mit den besten Noten am Ende des Jahres Belohnungen erhalten.

Eloisa ist motiviert nach ihrem Highschool Abschluss auch das College zu besuchen. Ihr Wunsch ist es, später Kunst zu studieren. „Ich träume davon, dass meine Werke in der ganzen Welt bekannt werden“, schwärmt sie - ein Traum, der Dank der Unterstützung durch JPIC greifbarer wird.

Ein Beitrag von Marleen



Wieder zuhause angekommen
Nach unserem Urlaub bis zum 17. Januar dauerte es keinen Tag und es fühlte sich an, als ob wir San Pio nie für längere Zeit verlassen hätten. Freudig wurden wir empfangen. Nicht nur mit Sätzen wie „Long time no see“ oder „Welcome back“ wurden wir begrüßt, sondern Klara, die den Tag zuvor Geburtstag hatte, wurde auf eine ganz besondere Art und Weise Willkommen geheißen: die Preschool Lehrer zerschlugen direkt vor unserem Haus ein Ei auf ihrem Kopf - eine philippinische Geburtstagstradition, die Glück bringen soll. Spätestens nach unserem allabendlichen lakaw-lakaw (spazieren gehen durch die Village), fühlten wir uns wieder vollkommen zuhause angekommen.
Über unseren Urlaub berichten wir in einem Extra-Artikel. Unsere Erlebnisse zurück in San Pio in der zweiten Januar-Hälfte und auch, wie wir Weihnachten im Monat zuvor erlebt haben, fassen wir in diesem Report zusammen.


Weihnachten
Zu unseren Erlebnissen:
Heute wartete ein langer und lang erwarteter Tag auf uns. Schon seit September wurden die Geschäfte und Außenanlagen weihnachtlich geschmückt und unser kleiner Weihnachtsbaum trägt seit Halloween seine Kugeln – wir wurden schon ein bisschen sentimental bei dem Gedanken ihn bald abschmücken zu müssen (Ergänzung: Wir bringen es nicht über das Herz ihn wegzuräumen und haben uns schon zu sehr an seinen Anblick gewöhnt).
Durch abendliche Gottesdienste neun Tage zuvor wurden die Bewohner von San Pio Village auf Weihnachten eingestimmt. Auch die Krippe in der Kirche war schließlich aufgebaut und die letzte Adventskerze ließ darauf schließen, dass es bald soweit sein sollte. Trotz all dieser Dinge konnten wir die Weihnachtsstimmung nicht ganz teilen, da sich das Umfeld und die Atmosphäre doch sehr von Deutschland unterschied.
Für uns beide war es das erste Mal den Tag fern von zuhause ohne die eigene Familie (und bei sommerlichen Temperaturen) zu verbringen.
Uns genau vorzustellen, was uns erwarten wird, konnten wir nicht. Dass das Familienfest anders als zuhause in der gewohnten Umgebung wird, wo viele ihre alljährlichen Traditionen pflegen, war uns bewusst. Ohne jegliche Erwartungen und mit großer Spannung ließen wir den Tag auf uns zukommen.

Nun zum eigentlichen Tag:
Als Dankeschön an das gesamte Dorf für ihre tagtägliche Unterstützung und Hilfe zur Integration in die Gemeinschaft backten wir den Tag über mit der Unterstützung einiger Mädels etwas abgewandelte Lebkuchen - alle Zutaten waren leider nicht zu finden - und verzierten sie gemeinsam, um sie schließlich nach dem Gottesdienst an die Bewohner zu verteilen.




Später in der Messe kam ein Funke Weihnachtsstimmung auf. Vielleicht, weil es auch Teil der Tradition in Deutschland ist den Gottesdienst an Heiligabend in der Dunkelheit zu besuchen. Das gemeinsame Essen mit der Familie wurde durch ein Abendessen mit den Hauptverantwortlichen der Village, zu deren offiziellen Weihnachtsfeier wir eingeladen wurden, ausgetauscht. Reis an Heiligabend - das war für uns eine neue, aber keine ungewöhnliche Erfahrung. Schließlich sind wir bereits etwas Filipina im Herzen geworden.
Der Tag endete mit einem Feuerwerk, das wir von der Dachterrasse des Bürogebäudes aus anschauten. In jeder Himmelsrichtung waren die bunten Raketen zu erkennen, die für uns eher eine Silvesterstimmung verbreiteten. Die restliche Nacht verbrachten wir gemeinsam mit der Jugend und ließen diese zusammen bis in die frühen Morgenstunden ausklingen.
Auch wenn wir 11 000 km von unserer Familie in Deutschland entfernt waren, fühlten wir uns trotzdem zuhause, denn die große „San Pio Familie“ hat uns auch an diesem Abend wieder gezeigt, dass wir ein Teil von ihr sind. Es war zwar kein Weihnachten, wie wir es in Deutschland verbracht hätten, aber definitiv eins, das auf seine besondere, schöne Art und Weise lange positiv in Erinnerung bleiben wird.


Eigene Projekte
Spieleaktivität
Gleich am ersten Sonntag, den wir wieder in San Pio verbrachten, organisierten wir eine Aktivität für die Kinder auf dem Basketballplatz, wo wir verschiedene Spiele, wie Staffelläufe, Schubkarrenrennen oder Luftballontreten, spielten. Die positive Resonanz vom letzten Mal hatte uns motiviert das Projekt baldmöglichst nochmal durchzuführen. Es kamen zwar weniger Kinder als das letzte Mal - um die 20 - aber es hat allen hoffentlich wieder viel Spaß gemacht!




Beerdigung
Leider ist in unserer unmittelbaren Nachbarschaft die Mutter einer Familie gestorben. In den Philippinen ist es Tradition bis zur Beerdigung, die ca. eine Woche nach dem Tod stattfindet, Totenwache vor dem Haus zu halten. Der Leichnam wird währenddessen in einem Sarg im Haus aufbewahrt. Sowohl tagsüber, als auch die ganze Nacht über versammelten sich Menschen an den Tischen, die unter einem Zelt vor dem Haus aufgebaut waren. Es wurde Karten und Brettspiele gespielt . Man aß, trank und unterhielt sich zusammen. Auch wir verbrachten zwei Abende bis spät in die Nacht vor dem Haus und spielten mit der Jugend Karten und ein neues, herausforderndes Spiel: Dama. Die Stimmung war weniger von Trauer geprägt, sondern vielmehr mit einem gemütlichen Beisammensein mit Freunden zu vergleichen. Für uns war es dennoch etwas komisch, Unterhaltungs- und Strategiespiele zu spielen mit Blick auf den Sarg einer verstorbenen Frau.




An der Beerdigung waren die Angehörigen und Gäste überwiegend weiß gekleidet. Der Sarg, wie auch der Leichenwagen waren ebenfalls in weißer Farbe. Die Prozession zur Kirche im Zentrum von Talisay City begann unmittelbar vor dem Haus in San Pio Village. Zusammen mit den Angehörigen folgten wir dem Leichenwagen, aus dem laut ruhige Musik gespielt wurde. Es wurde eine Messe gehalten, die den sonntäglichen Messen ähnelte. Am Ende hatten die Angehörigen die Möglichkeit eine Kerze anzuzünden und sich um den aufgestellten, am Kopfende geöffneten Sarg zu versammeln. Die Kerzen wurden anschließend in den Sarg gelegt. Nach dem Gottesdienst gingen wir weiter zum Friedhof. Bevor der Sarg endgültig in der Mauer verschwand - auf den meisten öffentlichen Friedhöfen werden die Gräber nicht auf dem Boden, sondern über- bzw. nebeneinander in einer Mauer angelegt - konnten die Angehörigen noch ein letztes Mal am Sarg trauern. Ins Grab wurden Blumen hinein geworfen.
Da wir beide noch auf kaum einer Beerdigung in Deutschland waren, können wir schwer die beiden Länder miteinander vergleichen. Für uns beide schien die Stimmung an der eigentlichen Beerdigung bedrückt. Während der Totenwache wirkte es für uns hingegen mehr, als ob die Verstorbene noch einmal in der Gemeinschaft integriert und sich dadurch von ihr verabschiedet wurde.


Besuch auf Inayawan Müllhalde
Am letzten Januartag gingen wir erneut zu Inayawan Müllhalde, um für unser Videoprojekt - unsere Aufgabe ist es ein Kurzfilm über unser Häuserprojekt zu drehen - Aufnahmen zu machen. Wir vereinbarten ein Interview mit einer Bewohnerin aus San Pio Village zu führen, die zwar seit einem knappen Jahr ein Haus in San Pio Village hat, allerdings unter der Woche aufgrund ihrer Arbeit als Müllsammler immer noch direkt neben der Müllhalde wohnt. Zusammen mit ihrem Ehemann und acht Kindern teilt sie sich ein kleines, einfaches Haus bestehend aus einer Küche und zwei Schlafräumen.
I would love to have another work, but I can’t find one [Ich hätte so gerne eine andere Arbeit, aber ich finde keine]“, erzählt sie. Sie erklärt uns, dass es sich als sehr schwierig gestaltet, einen anderen Job als den des Müllsammlers zu finden. Mit 14 Jahren wurde sie schwanger, brach die Schule ab und aufgrund des fehlenden Schulabschlusses ist es für sie sehr schwer eine qualifizierte Arbeit auszuführen. Bis heute hat sie noch keine Alternative zu ihrem Beruf gefunden. Die Distanz zwischen der Müllhalde und San Pio ist zu groß, um täglich hin- und herzupendeln. Gleichzeitig wären ihre acht Kinder alleine unbeobachtet in San Pio Village, während sie den ganzen Tag auf Inayawan verbringt. Das zwingt sie unter der Woche noch in ihrem alten Haus wohnen zu bleiben.
Als uns die Küche gezeigt wurde, erzählt sie uns, dass ihr Verdienst ausreicht um drei Kilogramm Reis täglich für ihre Familie zu kaufen. Die „Beilage“, meist Fleisch, Fisch oder Gemüse, sammelt sie entweder selbst im Müll oder kauft es für einen geringen Betrag bei Leuten ein, die es selbst aus dem Müll gesammelt haben. Eine Tüte Essensreste von Jollibee, einer bekannten Fast-Food Kette, kostet umgerechnet 70ct. An besonders „erfolgreichen“ Tagen, gönnt sie sich und ihrer Familie Zucker oder Kaffee.
Obwohl die öffentliche Inayawan Müllhalde eigentlich Ende 2015 offiziell geschlossen wurde - aufgrund der giftigen Dämpfe und des Sickerwassers, das zur Verseuchung des Grundwassers führt - wurde bis vor Kurzem immer noch Müll auf der Müllhalde abgeliefert. Mittlerweile wird der Müll auf einer privaten Müllkippe, direkt neben der öffentlichen abgeliefert. Wo nun der Unterschied liegt, wissen wir nicht.




Aktivitäten in der Village
Sinulog Festival
An einem Sonntagnachmittag feierten wir das Sinulog Festival, das als großes Fest in Cebu City zelebriert wird (s.h. Bericht Impression Urlaub), auch bei uns in San Pio. Die Abende zuvor studierten wir zusammen mit einer Gruppe von Müttern, die regelmäßig an den in San Pio angebotenen Zumba-Stunden teilnehmen, einen traditionellen Tanz ein. Nicht nur wir, sondern noch sechs weitere Gruppen traten in einem Wettbewerb am Sonntag gegeneinander an. Die Abende zuvor sah man überall in der Village die einzelnen Gruppen auf den Straßen proben. Die Aufführungen aller Teilnehmer waren toll! Wir alle trugen farbenprächtige, aufwendige Kostüme. Wie auch beim großen Sinulog Festival in Cebu City nahmen die Teilnehmer zuvor noch an einer Parade teil. Unser Umzug ging einmal durch die Village.
Auch wenn wir Sinulog bereits groß in Cebu City zwei Wochen zuvor gefeiert hatten, war es schön, das Fest nochmal im kleinen Rahmen in unserer Village zu wiederholen. Besonders schön war es selbst Teil des Events zu sein. Sowohl das Einstudieren der Tänze, bei den Aufführungen zuzuschauen und auch das gemeinsame Feiern hat viel Spaß gemacht.





Akt
ivitäten in der Freizeit

Höhlen in Talisay City
Unsere philippinische Projektmentorin, gleichzeitig Preschool Lehrerin, lud uns gleich am ersten Samstag zu einem Ausflug zusammen mit den anderen Lehrerassistentinnen ein. Wir besuchten die Igotan Höhlen in Talisay City, die etwas außerhalb der Stadt in den Bergen gelegen sind. Der Weg zu den Höhlen führte über einen Fluss und einen Hügel hinauf inmitten schöner, grüner Natur. Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir am Ziel angekommen. Mit unseren Handytaschenlampen kletterten wir später in knöcheltiefem Wasser durch die schmale, verwinkelte Höhle vorbei an Fledermäusen zu einem Wasserfall, der aus der Decke der Höhle entsprang und tief in der Höhle lag. Als wir das Licht ausschalteten, waren wir von kompletter Dunkelheit umgeben. Das Rauschen des Wasserfalls war atemberaubend!
Direkt neben der Höhle schloss sich ein zweiter, wunderschöner Wasserfall an. Wir verweilten dort, während wir Kindern beim Springen von den Felsen ins Wasser zusahen. Später liefen wir den Berg hinauf, um von einem Aussichtspunkt die Umgebung zu betrachten, weiter ins Tal, den Fluss entlang zu einem Staudamm und einer Pferdefarm.




Day Off: Museum und SM Seaside
An unseren freien Tag besichtigten wir zuerst das Museo Sugbo in Cebu City, das in einem aus Korallenstein errichtetem Gebäude untergebracht ist, das zwischen 1870 und 2004 als Cebus Provinzgefängnis diente. Es beherbergt u.a. Galerien zur spanischen und amerikanischen Kolonialzeit, den Einfluss Japans im zweiten Weltkrieg, den ehemaligen Präsidenten der Philippinen u.v.m.
Anschließend fuhren wir weiter zu SM Seaside, der größten und neuesten Mall Cebu Citys, die fast schon als Sehenswürdigkeit eingestuft werden kann. Nach dem Abendessen gingen wir zum ersten Mal auf den Philippinen ins Kino, wo wir fast die einzigen Besucher waren. Der Saal glich dem eines deutschen Kinos, nur die Werbung in Tagalog (zweite Amtssprache) und die zu Beginn gespielte Nationalhymne unterschieden sich von dem gewohnten Bild.

Day Off: Strandtag
An unserem nächsten freien Tag war Marleens 19. Geburtstag. Von ihren Erlebnissen berichtet sie hier:
Um viertel vor fünf morgens weckte mich Geburtstagsgesang mit Gitarrenmusik, der aus dem unteren Stockwerk ertönte. Klara hatte zusammen mit unserer Projektmentorin, gleichzeitig Preschool Lehrerin, als Überraschung organisiert, dass mehrere Leute aus unserer Village in unserem Haus zusammen kommen und für mich singen - das ist philippinische Tradition. Das Zimmer war mit Kerzen erleuchtet, die auf den Treppenstufen und im Raum verteilt waren. Jeder brachte etwas zu Essen mit: Kuchen, Nudeln, Toast und Pancit - das sind gebratene Glasnudeln mit Gemüse. Isst man viel davon an seinem Geburtstag, so soll man lange leben. Auch mir wurden gleich morgens drei Eier auf dem Kopf zerschlagen - eine philippinische Tradition, die Glück für das nächste Lebensjahr bringen soll. Der Gesang, wie auch die netten Worte anschließend waren rührend! Die Überraschung ist definitiv gelungen!
Anschließend sind wir bei Sonnenaufgang im Meer schwimmen gewesen - herrlich! Später fuhren wir in ein tolles Strandhotel auf Mactan Island, um die Seele etwas baumeln zu lassen, zu entspannen und schwimmen zu gehen. Ich löste gleich meinen Gutschein ein, den ich von Klara, Lena und Evin zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen hatte: eine Jetski-Fahrt auf dem Meer. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht! Nach einer erholsamen Massage liesen wir den Abend in einem tollen Restaurant auf einem Hausdach mit Blick auf die Insel ausklingen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich einen tollen Tag verbracht habe! Die Kälte, das Glatteis und der Schnee wurden gegen Sonne, Strand und Meer ausgetauscht. Für mich war es das erste Mal meinen Geburtstag im Warmen zu feiern. Der Tag wird mir lange in Erinnerung bleiben. Zum einen, weil ich ihn ganz anders als im deutschen Winter gestalten konnte, aber auch, weil er mit philippinischen Geburtstagstraditionen bereichert wurde.


Zwischen Freizeit und Alltag - soweit man bei unseren abwechslungsreichen, unterschiedlichen Erlebnissen überhaupt von Alltag sprechen kann - ist es auch der Austausch mit den verschiedensten Menschen, der uns persönlich bereichert und zum Nachdenken anregt. Es ist immer wieder spannend das Schicksal einzelner Personen zu erfahren und ihre Geschichten zu hören, die einen selbst demütig und dankbar werden lassen für das was man hat. Die kleinen Dinge im Leben schätzen lernen, das Positive sehen, nie die Hoffnung verlieren, das sind nur ein paar Dinge, die wir aus den inspirierenden Gesprächen mitnehmen.


Salamat ug babay,


Klara & Marleen



Impression Urlaub - 27.12 – 17.01.

Direkt nach Weihnachten begann unser dreiwöchiger Urlaub, auf den wir uns schon lange Zeit gefreut hatten. Er bot uns die Möglichkeit zu unserem Projekt Abstand zu gewinnen, um dann mit neuer Energie und Ideen zurückzukommen. Auch lernten wir andere Seiten unseres neu gewonnenen Heimatlandes kennen. Dafür sind wir quer durch die Philippinen gereist und haben eine Vielzahl von Inseln besucht. Jeder einzelne Ort war so schön, dass wir gerne länger geblieben wären. Die Vorfreude auf die nächste Destination machte den Abschied allerdings nicht allzu schwer.
Wir reisten zusammen mit den beiden anderen Freiwilligen Lena und Evin - “four rangers on tour!”

Destination I: Boracay



Cebu City verließen wir am Abend des 26. Dezembers, um mit der Nachtfähre 13h nach Iloilo zu fahren. Dieser erste Stop lag allerdings nur auf der Strecke zu unserem eigentlichen Ziel, Boracay. Den Vormittag nutzen wir, um den ehemaligen Regierungssitz der Philippinen zu besichtigen. Iloilo beistzt eine große Zahl eindrucksvoller Herrenhäuser aus dem 19. und 20. Jahrhundert, deren Architektur von der spanischen und amerikanischen Kolonialzeit stark geprägt ist. Leider ist ein Großteil der Häuser infolge des zweiten Weltkrieges und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs dem Verfall preisgegeben. Wir schlenderten durch die Stadt auf der Suche nach den alten Häusern und stiegen anschließend auf das Dach des Rathauses, von dem wir einen gigantischen Blick über die gesamte Stadt erhielten.




Nach weiteren sechs Stunden Busfahrt in den Norden der Insel erreichten wir Caticlan und nach einer kurzen Fährenfahrt kamen wir endlich auf der sieben Kilometer langen und 500 Metern breiten Insel Boracay an. Sie ist bekannt für ihren vier Kilometer langen traumhaften White Beach, der einem Postkartenidyll gleicht. Dort verbrachten wir vier Tage, entspannten an verschiedenen, tollen Stränden und unternahmen Aktivitäten wie Parasailing, Sonnenuntergangssegeln oder einer Inselhoppintour. Auch das Nachtleben zu erkunden durfte nicht fehlen. Wir schlossen unseren Aufenthalt an Silvester mit Wein und Käse auf der Dachterrasse des Hostels und einem tollen Feuerwerk über dem Meer.





Destination II: Manila



Am nächsten Tag ging es mit dem Flugzeug weiter nach Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Der gewaltige Großraum besteht aus 16 Städten, dessen Zentrum das eigentliche Manila mit 1,7 Mio Einwohnern bildet. Dort verbrachten wir zwei Tage, in denen wir zunächst den Rizalpark, dem Wahrzeichen Manilas, besuchten. Der Park umfasst große Rasenflächen, Ziergärten, Teiche, sowie eine Reihe von Denkmälern von philippinischen Nationalhelden. Hier steht ein Monument, das dem Freiheitshelden José Rizal errichtet wurde, der durch seine Schriften mit zur Revolution gegen die spanische Kolonialisierung beitrug. Am angrenzenden Schachplatz, wo sich Stammgäste im Schachspielen messen, durften auch wir vier gegen einen Profi spielen bzw. verlieren.




Anschließend besuchten wir “Intramuros”, einem exklusiven Viertel, in dem seit seiner Gründung 1571 überwiegend die spanische Herrscherelite wohnte. Ein Großteil der Häuser wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, jedoch wurden sie ihrem Vorkriegsbild getreu wiedererrichtet.
Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes besuchten wir ein Museum über die Geschichte der Philippinen, sowie eine Kunstgallerie und gingen anschließend nach Chinatown, wo wir die Atmosphäre genossen und zu Abend aßen.




Destination III: Banaue



Über Nacht fuhren wir zu unserem nördlichsten Ziel Banaue, das für seine Reisterrassen, die zum UNESCO - Weltkulturerbe erklärt wurden, bekannt ist. Für dieses Ziel hatten wir im Vorhinein nichts geplant und so buchten wir uns Vorort eine dreitägige Wandertour mit Führer und Unterkunft.

Am ersten Tag wanderten wir, nachdem wir auf dem Dach eines Jeepneys noch höher in die Berge gefahren wurden trotz Müdigkeit - im Nachtbus haben wir kaum geschlafen - drei Stunden durch die Reisterrassen zu einer heißen Quelle. Das heiße Wasser in der Quelle kam uns zum Aufwärmen sehr gelegen, da wir bedingt niedrigerer Temperaturen (20°C im Vergleich zu gewohnten 30°C in Cebu) ziemlich froren. Wir freuen uns schon auf unsere Rückkehr nach Deutschland - haltet die Winterjacken bereit!




Am zweiten Tag ging es wieder auf dem Dach des Jeepneys nach Batad, wo wir drei Stunden durch die Reisterrassen zu einem Wasserfall wanderten, der durch seine Größe beeindruckte. Nach unserer Rückkehr in die Unterkunft für die Nacht war uns das Wandern noch nicht genug und so liefen wir von der höher gelegenen Pension die Treppen wieder hinunter durch die Reisterrassen in das im Tal gelegene Dorf und wieder zurück. Dadurch haben wir uns das leckere Abendessen mit herrlichem Blick auf die Reisterrassen, die wie ein Amphietheater angeordnet sind, verdient. Den tollen Tag schlossen wir mit einem gemütlichen Beisammensitzen am Lagerfeuer bei schöner Gitarrenmusik ab.




An unserem letzten Tag wanderten wir vier Stunden eine weniger steile Tour durch die Berge und Reisterrassen. Unser Ziel war ein kleines Dorf, das für seine malerischen Reisterrassen bekannt ist. Von hier wurden wir mit dem Jeepney abgeholt und zurück nach Banaue gebracht. Dort endete unsere Tour und über Nacht fuhren wir mit dem Bus wieder zurück nach Manila.




Destination IV: Palawan



In Manila angekommen gingen wir in die größte Mall der Philippinen und flogen abends weiter nach Puerto Princesa, der Hauptstadt Palawans.
Am folgenden Tag wollten wir eigentlich einen mehr als acht Kilometer langen unterirdischen Fluss in einer Kalksteinhöhle besuchen. Über Nacht wurden wir beide leider schlagartig krank, weshalb uns dieser Ausflug verwährt blieb.

Am nächsten Tag fuhren wir mit etwas mehr Energie für zwei Tage in den den Norden Palawans nach El Nido, dem Tor zum großartigen Bacuit-Archipel. Wir machten eine tolle Inselhopping Tour, wo wir durch eine große Lagunge schwammen, sowie durch eine kleine Lagunge Kajak fuhren. Wir fuhren außerdem einen Schnorchelspot an, wo wir eine Vielzahl bunter Fische sahen, schwammen durch eine Höhle und hielten an einem traumhaften weißen Sandstrand, an dem wir uns etwas ausruhen konnten. Die Vielzahl an Naturgegebenheiten, vor allem das glasklare, türkisblaue Wasser waren überwältigend!




Unser zweiter Tag in El Nido war leider weniger traumhaft: Regen begleitete uns fast den ganzen Tag. Den Strand, den wir besuchten, konnten wir daher leider nicht so sehr genießen.
Am nächsten Morgen ging es auch schon wieder mit dem Van zurück nach Puerto Princesa, wo wir am folgenden Tag ein Völkerdenkmal besuchten, wo 154 amerikanische Kriegsgefangene lebendig begraben worden sollen sein, und liesen unsere Seele im angrenzenden Park etwas baumeln.


Destination V: Cebu City



Schließlich flogen wir zurück nach Cebu City, wo wir aber noch einige Tage in einem Hostel verbringen sollten, da das größte Festival in Cebu, Sinulog, stattfand. Uns wurde zuvor empfohlen direkt in der Stadt zu schlafen, da es aufgrund des großen Verkehrsaufkommens und der Menschenmassen unmöglich ist, in die Stadt hinein oder aus der Stadt heraus zu kommen. Am Vorabend des Fests fand ein Feuerwerkwettbewerb statt, wo sechs Verschiedene präsentiert wurden und mit einem großen Feuerwerk abgeschlossen wurde.
Sinulog wird zu Ehren des St. Srn. Niño (Christkind) gefeiert, dessen Bildnis mit der Kolonialisierung der Spanier und damit Christianisierung auf die Philippinen gebracht wurde. Im Mittelpunkt steht eine große, farbenprächtige Parade mit vielen Kostümen und Tänzen, die mit einem deutschen Karnevalsumzug zu vergleichen ist. Sie endete in einer Schule, in deren Sportkomplex ein Tanzwettbewerb stattfand. Verschiedene High Schools bereiteten aufwendige, traditionelle und beeindruckende Tänze vor. In der Pause sahen wir mit Begeisterung einem Hiphop Tanzwettbewerb zu.




Als wir versuchten von diesem Event wieder zurück in unser Hostel zu laufen, wurden wir von Menschenmassen überflutet und kamen kaum voran. Als wir es dann endlich geschafft hatten, war unser Körper mit Farbe von unzähligen Farbschlachten bedeckt.
Abends gab es ein gigantisches Feuerwerk, das wir aus einem Hochhaus beobachten konnten.
Am Ende unseres Aufenthaltes sollte Klaras Geburtstag stehen. Meine Eindrücke dazu: Mein Geburtstag wurde perfekt durch ein Feuerwerk und vielzähligen Geburtstagsständchen auf den noch von Sinulog gefüllten Straßen eingeleitet. Leider war das Wetter tagsüber nicht so gut und so regnete es den ganzen Tag. Das hielt uns aber nicht davon ab einen schönen Tag zusammen in Ayala Mall zu verbringen, zusammen zu frühstücken, abends in unseren lieb gewonnenen Stammrestaurant zu essen und in einer kleinen, philippinischen Bar zu schließen. Nach diesem entspannten Geburtstag ging es dann schließlich wieder zurück in die gewohnte Umgebung in San Pio Village.

Wir hatten eine wunderschönen Urlaub mit unzähligen, vielfältigen Erlebnissen. Wir trafen tolle Menschen, sowohl aus den Philippinen, als auch Reisende aus der ganzen Welt, die unseren Urlaub noch viel schöner gemacht haben. Zu sagen, welche Destination uns am Besten gefallen hat, ist unmöglich. Jede war auf ihre Weise toll! Trotz des wunderbaren Urlaubs freuen wir uns auch wieder zurück im Projekt zu sein um weitere schöne Erfahrungen zu sammeln.

Salamat ug babay,


Klara und Marleen